beim VfL Mönchberg 1920 e.v.
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Was ist Kunstradfahren?

Diese Frage lässt sich leider nicht mit wenigen Sätzen beantworten. Daher haben wir für alle, die es genau wissen wollen, einige Informationen zusammengestellt.

Wer nicht gerne liest, kann sich die Bilder anschauen. 😉

Das Kunstrad
Ein Kunstrad hat zwei Räder, einen Lenker, einen Sattel, Pedale und eine Kette. Bremsen, Lichter und Schutzbleche sind überflüssig.
Kunsträder sind handgefertigt und der Rahmen, der genau wie bei einem Herrenrad eine mittlere Stange hat, dient als Hilfe, um bestimmte Übungen ausführen zu können. An der Nabe des Vorder- und Hinterrades befinden sich die sogenannten „Dornen“ . Diese sind ca.2-3 cm lang, damit der Sportler darauf stehen kann.
Der Lenker ist so gebogen, dass die Griffe dem Sportler ermöglichen, darauf zu stehen oder einen Handstand zu machen.
Auch der Sattel hat eine spezielle Form. Er ist breiter und hinten so hoch gezogen, dass man ohne weiteres auf ihm stehen kann.
Die Kette besitzt keinen Kettenschutz und hat eine 1:1 Übersetzung (vorderes und hinteres Kettenrad haben gleich viele Zähne). Somit kann man mit dem Rad sowohl vorwärts, als auch rückwärts fahren.
Ein Kunstrad ist mit Spezialreifen ausgestattet, die bis zu 14 Bar Luft beinhalten. Die Reifen garantieren eine sichere Haftung auf dem Hallenboden. Das Kunstrad ist nur für den Betrieb auf ebenen Flächen ausgelegt. Ein Gebrauch auf derf Straße würde das Rad beschädigen.
Zum Mannschaftsfahren werden oft etwas andere Kunsträder hergenommen, deren Schwerpunkt so ausgelegt ist, dass einfacher auf dem Hinterrad gefahren werden kann. Zudem besitzen diese Räder keine Dornen und die Lenker sind so gebogen, dass die Sportler aufrecht auf dem Rad sitzen können. Das ist wichtig, da im Mannschaftsfahren die Sportler nicht auf den Rädern „turnen“, sondern immer auf dem Sattel sitzen bleiben.

Disziplinen und Altersklassen
Man unterscheidet das Einer-, Zweier-, Vierer- und Sechser- Kunstradfahren.

Diese sind in folgende Altersklasse unterteilt:
Elite
über 18 Jahre
Juniorinnen/Junioren
U 19 (bis 18 Jahre)
Schülerinnen/Schüler, Klasse A
U 15 (bis 15 Jahre)
Schülerinnen/Schüler, Klasse B
U 13 (bis 14 Jahre)
Schülerinnen/Schüler, Klasse C
U 11 (bis 11 Jahre)

1er Kunstradfahren
Im 1er Kunstradfahren zeigt der Sportler verschiedene akrobatische Übungen auf dem Rad . Man kann einfache Grundelemente (Stillstand), statistische Stände(Lenkerstand, Sattelstand), statistisch turnerische Elemente (Handstand, Stützgrätschen), Steigerübungen (nur auf dem Hinterrad fahren), Drehungen (Pirouetten), Übergänge (von einer Steigerposition zur anderen), translatorische Rotationen (Lenkerstanddrehung) oder Sprünge und Hocken ausüben. Die Kür eines 1er-Fahrers besteht aus bis zu 30 Übungen, die in 5 Minuten gezeigt werden.

2er Kunstradfahren
Die Kür im 2er Kunstradfahren besteht aus zwei Teilen. In einem Teil, der meistens zuerst gezeigt wird, fahren zwei Sportler auf zwei Rädern. Sie zeigen ähnliche Übungen wie beim 1er. Die meisten Übungen werden dabei synchron präsentiert. In dem anderen Teil fahren die beiden Sportler gemeinsam auf einem Kunstrad. Es werden Stände (z.B steht der Eine auf dem Lenker und der Andere auf dem Sattel), oder Trageübungen (ein Sportler sitzt oder steht auf den Schultern des Anderen, während dieser bestimmte Übungen fährt), gezeigt. Bis 2006 war diese Sportart streng zwischen Männern und Frauen getrennt, jetzt können 2er Paare auch gemischt (männlich/weiblich) an Meisterschaften teilnehmen.

4er / 6er Kunstradfahren
Beim 4er- und 6er- Kunstradfahren fährt jeder Sportler auf seinem eigenen Rad. Es werden keine dem mit dem Turnen verwandte Übungen gezeigt, sondern verschiedene Figuren möglichst Synchron gefahren. Diese Figuren können vorwärts und rückwärts entweder im Steiger (nur auf dem Hinterrad) oder im Niederrad (beide Räder haben Kontakt zum Boden) gefahren werden. Beim Mannschaftsfahren werden bis zu 25 Übungen in fünf Minuten gezeigt.
Seit 2006 dürfen hier ebenfalls auch gemischte Mannschaften an Wettkämpfen teilnehmen.

Regeln
Die Fahrfläche ist in der Regel ein Hallenboden aus Holz oder Linodur und muss bei internationalen Wettkämpfen 11 m × 14 m groß sein. Sie wird durch Seitenlinien begrenzt. Diese dürfen nicht überfahren werden.
Der Mittelpunkt der Fläche wird durch einen Kreis mit 0,5 m Durchmessern markiert, um diesen werden wieder zwei Kreise mit einmal 4m und einmal 8m Durchmesser gezogen (ähnlich wie bei einer Dartscheibe). Am 4m-Kreis befindet sich 4 senkrechte Striche im gleichmäßigen Abstand zur Orientierung für Sportler und Kampfrichter.
Eine Übung muss normalerweise eine halbe Runde, eine Runde, ein S oder eine 8 (= Wechselrunde) lang gezeigt werden. Bei der halben Runde bzw. normalen Runde muss man außerhalb des Vier-Meter-Kreises fahren. Bei einer Wechselrunde muss zweimal über den Mittelpunkt gefahren werden. Die beiden Kreise müssen jeweils einen Radius von 2 m aufweisen. Das S ist eine halbe 8, folglich muss der Mittelpunkt nur einmal getroffen werden. Bei Sprüngen, Übergängen und Hocken ist nicht vorgeschrieben, wo man sie ausführt.

Alle Übungen im Kunstradfahren werden aus einem international geltenden Reglement ausgewählt. Sie müssen für die Kür vor dem Wettkampf ausgesucht und bei der Jury mithilfe der standardisierten Wertungsbögen eingereicht werden. Jede Übung hat einen Punktwert, welcher die Schwierigkeit der Übung berücksichtigt. Die Summe aller Schwierigkeiten bezeichnet die aufgestellte Schwierigkeitspunktzahl im Wertungsbogen. Dies ist der Ausgangswert für einen Wettkampf.
Wird der so vorgegebene Ablauf der Kür nicht eingehalten, gibt es Abzüge. Für die Abzüge ist das Wettkampfgericht verantwortlich. Ein solches Wettkampfgericht besteht aus zwei bis drei Teams mit je zwei Wettkampfrichtern. In jedem Richterteam gibt es einen Ansager, der die gezeigte Kür beurteilt und über Abzüge entscheidet. Der Schreiber liest dem Ansager die Übungen vor und notiert die Abzüge. Außerdem gibt es in jedem Kampfgericht einen Obmann, der bei Unstimmigkeiten zwischen dem Kampfrichterteams vermittelt und über Fehlentscheidungen wacht.

Nach dem Betreten der Fahrfläche präsentiert sich der Sportler mit einem Knicks, oder einer Verbeugung. Dann signalisiert der Sportler oder der Kommandogeber der Mannschaft mit dem Signalwort „Start“ den Beginn der Kür. Ab jetzt muss in fünf Minuten das Programm absolviert werden. Unterbrechungen der Zeitnahme gibt es nur in absoluten Ausnahmefällen, z. B. bei technischen Problemen am Rad oder bei Verletzungen des Sportlers.

Wertung
Es gibt Abzüge bei der Schwierigkeit, wenn die Übung nicht die komplette Wegstrecke gezeigt wird, bei Nichteinhalten der Reihenfolge, wenn die Übung nicht korrekt ausgeführt wird oder bei Zeitüberschreitung.
Weiterhin gibt es Abzüge für die Ausführung, bei sichtbaren Unsicherheiten (Haltung, Fahrstil, unregelmäßiger Tritt, Streckfehler, …), bei unsauberer Ausführung, bei Überfahren der Flächenbegrenzung, bei unkorrektem Abgang vom Rad (Fallenlassen des Rades am Ende der Kür) oder bei Stürzen und kurzen Bodenberührungen (Tipper).
Der Trainer darf während der ganzen Kür die Coaching-Zone am Rand der Fahrfläche nicht verlassen. Dies spielt besonders beim Radwechsel im Zweier (von zwei Rädern auf eines oder umgekehrt) eine Rolle, da die Sportler das überflüssige Rad zum Trainer transportieren oder das nun benötigte Rad beim Trainer abholen müssen.
Die internationalen Regeln werden von der Union Cycliste International (UCI) aufgestellt. Der UCI gehören die nationalen Radsportverbände an.

Bekleidung
Die Sportbekleidung besteht neben den rutschfesten Gymnastikschläppchen in der Regel aus einer festen, engen Gymnastikhose und einem Trikot. Man sollte eine enge Hose wählen, um zu vermeiden, dass man in der Kette oder an sonstigen Stellen des Rades hängen bleibt. Im Mannschaftssport muss die Mannschaft einheitlich gekleidet sein.
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